Ostertraditionen Tag für Tag

Ostertraditionen Tag für Tag

Adel Schulz | 3. 4. 2020

Wüssten Sie gerne, welche Osterbräuche und -traditionen mit diesen Feiertagen im Frühjahr verbunden sind? Denn Ostern ist nicht nur das Hauptfest der Christen. Seine Wurzeln hat Ostern vielmehr in heidnischen Kulturen, die diesen Tag eher als Fest des Frühlings und des Neufangs feierten. Charakteristisch für die einzelnen Ostertage sind jene speziellen Rituale, die wir Ihnen in unserem heutigen Artikel einmal näher vorstellen möchten.

Warum ändert sich das Datum der Ostertage jedes Jahr?

Haben auch Sie schon darüber nachgedacht, warum Ostern manchmal im März und manchmal im April gefeiert wird. In der Tat ist es nicht ganz einfach, den Zeitpunkt der jeweiligen Ostertage genau zu bestimmen. An Ostern wird der Frühling gefeiert und der Auferstehung Jesu Christi von den Toten gedacht. Der genaue Termin fällt dabei jedes Mal auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem 21. März. Fällt der Vollmond auf einen Sonntag, wird Ostern erst an dem darauffolgenden Sonntag gefeiert.     

Ostern und seine Bräuche

Unsere Osterbräuche geraten leider von Jahr zu Jahr immer mehr in Vergessenheit. Dabei gehört Ostern zu unseren ältesten Feiertagen, und deshalb sollte dieses Fest auch künftig in Ehren gehalten werden. Der Hauptsinn des Osterfestes besteht darin, die Vegetationszeit, also den Sieg des Lebens über den Tod, willkommen zu heißen. Es ist vor allem ein Festtag der Christen, die sich 40 Tage lang auf dieses Fest vorbereiten. Gemeint ist die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt. Früher war dies die Zeit, als die Gläubigen, die getauft werden wollten, ihre Vorbereitung auf diese intensivierten.

Nach Ostern beginnt wiederum die Osterzeit, die 50 Tage lang, bis zum Festtag der Entsendung des Heiligen Geistes dauert. Im Laufe der Zeit wurde das Fest jedes Mal ein bisschen anders gefeiert, vor allem bei den alten Germanen und Slawen. Als bedeutender und religiös organisierter Feiertag erscheint Ostern erstmals bei den Juden. Die Rede ist von dem jüdischen Fest Pessach (Pascha, hebräisch: pesah), das zur Erinnerung an den Auszug der Israeliten aus Ägypten begangen wurde. Gefeiert wurde es jeweils am 14. Tag des Monats Nissan. Dabei wurde Jahwe gedankt und gefeiert, weil er, als er die Erstgeborenen in Ägypten ausrottete, die Häuser der Juden, die diese mit dem Blut eines Lammes gekennzeichnet hatten, verschonte.

Gründonnerstag

An Gründonnerstag standen die Leute zeitig auf, beteten und wuschen sich mit dem Morgentau, weil man glaubte, dass dieser die verschiedensten Krankheiten, z.B. Nackenschmerzen, aus dem Körper verjagen kann. Auch galt es als ausgemacht, dass, wer noch vor Sonnenaufgang von mit Honig bestrichenem Brot träumt, das ganze Jahr über vor Schlangenbissen und Wespenstichen geschützt sei. Im Adlergebirge beispielsweise warf man Brot mit Honig in den Brunnen, damit dieser das ganze Jahr Wasser hatte. Die Morgenmesse fand nur in den bischöflichen Kirchen statt. Während dieser Messen wurde das heilige Öl (Chrisam, Katechumenen- und Krankenöl) geweiht.    

Nachmittags arbeitete man zumeist nicht, da dann das Judasbrot, ein rituelles Gebäck aus Hefeteig, gebacken wurde, das entweder allein oder mit Honig bestrichen gegessen wurde Das Läuten der Glocke bei der Abendmesse bedeutete, dass die Glocken nach Rom flogen und dort noch bis Karsamstag blieben. In der Zwischenzeit wurden die Glocken durch Klappern und Ratschen ersetzt. Nach alter Tradition glaubte man, dass man, nachdem die Glocken zum letzten Mal erklungen waren, mit dem Geld klimpern musste, damit das ganze Jahr immer genug davon vorhanden war.  An Gründonnerstag findet zudem bis heute eine zeremonielle Fußwaschung statt. 

Karfreitag

Karfreitag ist ein Tag vieler Sitten und Gebräuche. Zu den Bedeutendsten gehört beispielsweise, dass dieser Tag ein Fastentag ist, und wenn schon kein Fastentag, dann wenigstens ein Tag ohne Fleisch. An diesem Tag durften die Leute auch nichts borgen, denn die geborgte Sache könnte, wie es hieß, verhext sein. Es wurde auch keine Wäsche gewaschen, denn es galt, dass diese dann nicht in Wasser getaucht werde, sondern in das Blut Christi.   

An Karfreitag wurde weder auf dem Feld noch im Garten gearbeitet, denn die Erde durfte nicht bewegt werden, glaubte man doch an die magische Kraft der Erde, die sich am Karfreitag öffnet und für kurze Zeit ihre Schätze zugänglich macht. Aber wo sollten die Menschen diesen Schatz suchen? Angeblich tauchte der Schatz an Stellen auf, wo Farne schimmerten oder wo ein Leuchten aus einem Felsloch drang. 

Wassermänner stiegen aus Seen und Flüssen, um sich auf Pferden einander nachzujagen. Nach einer dieser Sagen öffnete sich sogar für einen kurzen Augenblick der Berg Blaník. In Landstrichen, wo Leinen hergestellt wurde, wurden Passionsfäden gesponnen und auf Kleidern wurden Nähte gemacht, die vor Verhexungen und bösen Geistern schützen sollten. Es wird überliefert, dass aus Passionsfäden genähte Hemden denjenigen, der ein solches Hemd trug, vor Blitzschlag schützte.    

Karsamstag

Am Karsamstag wurden aus halbverkohlten Holzscheiten Kreuze gefertigt, die man anschließend auf die Felder brachte, damit diese dann umso fruchtbarer waren. Manchmal steckt man auch Kohlen hinter die Balken des Hauses, um dieses so vor einem Brand zu schützen. Festliche Speisen wurden gekocht, Ruten wurden geflochten, Reisigbesen wurden gebunden, und es wurden auch damals schon traditionelle Ostereier verziert.  

Ostersonntag

Am Ostersonntag fand die Weihe der Osterspeisen – Lamm, Osterkuchen, Eier, Wein und Brot – statt. Im Chodenland beispielsweise wurden die geweihten Speisen in der Kirche im Stehen gegessen. Kam jemand zu Besuch, so musste er ein Stück einer geweihten Speise bekommen. Am Ostersonntag kommt auch ein Osterlammbraten auf den Tisch.

Ostermontag

Die mit Ostermontag verbundenen Traditionen haben sich bis heute in unveränderter oder zumindest ähnlicher Form erhalten. Die jungen Burschen schlagen die Mädels mit ihren Osterruten. Die Mädels wiederum schenken den Burschen angemalte Ostereier. In einigen Landstrichen ziehen die Mädels durch den Ort und begießen die Burschen mit kaltem Wasser. In vielen Dörfern war es Sitte, dass die Burschen den Mädels am Morgen beim Gang zur Kirche auflauerten, um sie mit der Rute zu schlagen. Es gab auch die Tradition, das am Dienstag nach Ostern umgekehrt die Mädels durchs Dorf zogen und mit ihrer Rute Jagd auf die Burschen machten.

Weißer Sonntag 

Der Weiße Sonntag, also der zweite Ostersonntag, ist auch der Tag der ersten heiligen Kommunion. Die Täuflinge trugen an diesem Tag ein weißes Taufgewand. 

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