Der Chronograph – wozu er da ist, wie er funktioniert und warum man ihn haben sollte

Der Chronograph – wozu er da ist, wie er funktioniert und warum man ihn haben sollte

Ella Mahler | 18. 10. 2019

Beim Aussuchen einer Uhr sind Sie sicherlich schon des Öfteren auf den Begriff Chronograph gestoßen. Was aber verbirgt sich eigentlich hinter diesem Terminus? Will ich einen Chronographen auf meiner Uhr haben? Und wie gehe ich damit um? Diese Fragen möchten wir in diesem Artikel beantworten.

Wenn Sie sich nach einer neuen Uhr umschauen, stoßen sie früher oder später auf die Bezeichnung Chronograph, beziehungsweise Uhr mit Chronograph. Schon auf den ersten Blick wird klar, was ein Chronograph eigentlich ist: ein paar Komplikationen auf dem Ziffernblatt und ein paar Knöpfe zusätzlich. Was aber bedeutet das Wort Chronograph eigentlich? Und wie unterscheidet er sich von einem Chronometer? Und warum sollte man eigentlich einen Chronographen auf seiner Uhr haben wollen?

Was ist ein Chronograph?

Der Zweck eines Chronographen besteht darin, die Zeit präzise zu messen. Dies ergibt sich schon aus der Wortverbindung der griechischen Wörter „chronos“ (Zeit) und „gráphein“ (schreiben), von denen dieser Begriff abgeleitet ist. Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei einem Chronographen um eine analoge Stoppuhr. Aber woran erkennt man eine mit einem Chronographen ausgestattete Uhr?

Woran erkennt man eine Uhr mit Chronographen?

In den meisten Fällen erkennt man sie daran, dass sie über mehrere Komplikationen (Zeigerblätter) auf dem Ziffernblatt verfügt und mit Drückern über und unter der Aufzugskrone ausgestattet ist. Zumeist handelt es sich um drei Komplikationen: Sekunden-, Minuten- und Stundenmessung. Mit dem oberen Drücker wird die Zeitmessung gestartet und angehalten, der untere Drücker stellt die Zeiger wieder auf ihre Nullposition.

Was ist ein Tachymeter?

Das Tachymeter (die Zahlen auf der Lünette) erfüllt häufig eine begleitende Funktion, mit der man die Geschwindigkeit messen kann. Ursprünglich diente das Tachymeter zum Messen der Produktionsgeschwindigkeit, heutzutage aber messen wir damit eher beispielsweise die Geschwindigkeit eines Autos. Voraussetzung für ein Tachymeter ist der Chronograph, der die Sekunden über einen zentralen Sekundenzeiger anzeigt. Die Berechnung der Geschwindigkeit erfolgt anhand der Formel: T = 3600/t, wobei T die Zahl auf der Tachymeterskala bezeichnet, t ist die in Sekunden gemessen Zeit und 3600 ist die Anzahl der Sekunden pro Stunde. Um ein praktisches Beispiel aus dem Alltag zu nehmen: Mit Hilfe eines Tachymeters kann man, um es überspitzt zu formulieren, abschätzen, wann man in einer Warteschlange endlich an der Reihe ist.

Das Design des Chronographen

Ob wir uns dies eingestehen oder nicht, aber bei einem Chronographen geht es in der heutigen Zeit eher um sein Design als darum, die Zeit zu messen. Wenn es auch Gelegenheiten geben mag, bei denen wir gerne auf die Zeitmessung mittels eines Chronographen zurückgreifen, so ist seine eigentliche Aufgabe doch darin zu sehen, dass die Uhr noch zusätzlich verschönert werden soll – was ja auch gar nichts Schlechts ist.

Früher waren Uhren mit einem Chronographen eher eine Sache für Männer, inzwischen aber haben es sie auch endlich schon auch auf die Zifferblätter von Damenuhren geschafft.

Obwohl Uhren mit einem Chronographen auf den ersten Blick attraktiv und geheimnisvoll kompliziert ausschauen, sollte man stets daran denken, dass diese Uhren nicht für jede Gelegenheit geeignet sind. Für einen Theaterbesuch oder einen feierlichen Anlass beispielsweise sind solche Uhren absolut nicht zu empfehlen. Für Sport und Freizeitaktivitäten wiederum sind sie mehr oder weniger ideal. Gleiches gilt für Arbeitsplätze, wo macht eine genaue Zeitmessung gut gebrauchen kann.

Was ist ein Chronometer?

Als Chronometer werden Uhren bezeichnet, die anspruchsvollen Tests der Swiss Official Chronometer Control (einer Schweizer Organisation, die Uhren darauf hin testen, ob sie die Zeit tatsächlich präzise wiedergeben) unterzogen werden. Die Uhren werden bei drei unterschiedlichen Temperaturen, in fünf unterschiedlichen Positionen und sogar unter Wasser getestet. Damit Uhren mit einem Quarzwerk ein Zertifikat erhalten, darf deren Abweichung nicht mehr als 0,07 Sekunden pro Tag betragen.

Wie ein Chronograph eingestellt wird

Nach längerem Gebrauch kann es passieren, dass sich die Nullposition eines der Zeiger auf dem Chronographen verändert, dass er also nicht mehr in die 12-Uhr-Position zurückkehrt. Doch ist dies kein Grund zur Panik und man muss die Uhr auch nicht gleich als Reklamation zurückschicken – man kann sie auch zu Hause einstellen.

Der Einstellungsprozess kann bei den einzelnen Typen verschieden sein, doch gibt es auch eine generelle Vorgehensweise. Zuerst ziehen Sie die Aufzugskrone in die dritte Position, d.h. so weit wie möglich vom Gehäuse weg. Anschließend drücken und halten sie den oberen und unteren Drücker der Stoppuhr, sofern der große Zeiger nicht das ganze Ziffernblatt umläuft, was rund zwei Sekunden in Anspruch nimmt. Mit Hilfe des oberen Drückers stellen Sie die Nullposition des großen Zeigers ein. Ist dieser eingestellt, drücken Sie 1 Mal auf den unteren Drücker, um die Position des Zeigers auf einer der Komplikationen einzustellen. Nachdem Sie die Position richtig eingestellt haben, drücken Sie wieder den unteren Drücker, wodurch Sie zur nächsten Komplikation gelangen. Danach müssen sie die Aufzugskrone nur noch in die Position 1, also ganz an die Uhr heran, schieben.

Warum sollte man eine Uhr mit Chronograph wollen?

Die einfache Antwort lautet: Um die Zeit genau messen zu können. Da aber die meisten Leute keinen Grund haben, die Zeit mit einer Genauigkeit von bis zu 1/1000 Sekunde messen zu müssen, überwiegt am Ende die ästhetische Funktion. Uhren mit vielen Komplikationen machen einen guten Eindruck und schauen auch elegant aus. Vor allem aber sagt eine solche Uhr doch einiges über ihren Besitzer aus, nämlich dass er Pünktlichkeit mag und eine Vorliebe für komplizierte Dinge hat.

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