Das Geheimnis der Zeitmessung 3: Mechanische Uhren

Das Geheimnis der Zeitmessung 3: Mechanische Uhren

Johanna Werner | 22. 3. 2019

Macht es Ihnen Spaß, über Entdeckungen der Vergangenheit nachzulesen? Interessieren Sie sich für die Anfänge der Uhrmachererfindungen? Wir präsentieren hiermit den Schlussteil unserer Artikelserie. Dieses Mal werden Sie Wissenswertes über mechanische Uhren erfahren… 

Entwicklung und Anfänge der mechanischen Uhr

Wir können mit Sicherheit sagen, dass mechanische Uhren schon im Jahre 1320 existierten. Und davor? Schwer zu sagen! Es ist jedoch durchaus möglich, dass sie schon wesentlich früher erfunden wurden. Wahrscheinlich irgendwann zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. 

Die ältesten mechanischen Uhren unterscheiden sich von den heutigen erheblich. Angetrieben wurden sie ursprünglich von einem Gewicht, sie hatten kein Ziffernblatt und gaben die Zeit mittels eines Schlagwerks an. Dazu mussten sie alle paar Stunden aufgezogen werden. Anwendung fanden sie beispielsweise in Turmuhren.

Zu einer epochalen Veränderung kam es im Jahre 1410, als ein Florentiner Tüftler die federbetriebene Uhr erfand. Ungefähr hundert Jahre später baute der Uhrmacher Peter Henlein die erste Taschenuhr, die nach dem gleichen Prinzip funktionierte. Sie hatte einen kleinen Mechanismus und passte noch dazu in fast jede Tasche.

Allgemein aber gingen die Uhren damals noch nicht sehr genau. Präziser wurden sie – dank des Pendels – erst ab 1675. Im Laufe der Zeit kam dann auf dem Ziffernblatt der Minutenzeiger dazu.

Pendeluhren

Pendeluhren kennen wir fast nur noch aus alten Filmen und aus Großmutters Stube. Gleiches gilt für die altbekannten Kuckucksuhren. Daraus ist zu ersehen, dass sie sich schon lange großer Beliebtheit erfreuen. In der heutigen Zeit aber dienen sie eher als Ziergegenstand, obwohl sie natürlich nach wie vor auch nützlich sind.

Seit dem 17. Jahrhundert aber, als die Pendel- und ebenso die kuriosen Kuckucksuhren entstanden, kam es zu einem bedeutenden technischen Umbruch. Pendel wurden nur noch bei großen Uhren verwendet, und obwohl sie relativ genau gingen, konnte dieses Prinzip nicht auf Armbanduhren angewendet werden.

Von der Taschenuhr zum bekannten Klassiker

Die ersten Versuche, eine Taschenuhr zusammenzubauen, gehen auf das 15. Jahrhundert zurück, doch war diesem Unterfangen noch kein großer Erfolg beschieden. Man musste noch bis zum 18. Jahrhundert warten, als Feder und Unruh erfunden wurden. Interessant ist, dass der auf diesem Prinzip funktionierende Chronometer in drei verschiedenen Ländern gleichzeitig erfunden wurde, nämlich in der Schweiz, in England und in Frankreich. Nun konnte man seine – tragbare – Uhr überallhin mitnehmen. Das Uhrmacherhandwerk stand damals in voller Blüte. 

Anfangs waren die Chronometer sehr teuer, erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts sank ihr Preis. Das Bedürfnis, die Zeit genau messen zu können, wurde immer dringlicher, und so wurden die verschiedensten Uhren und Ührchen schon bald massenweise hergestellt. In der Folge wurde dann der Aufziehmechanismus erfunden.

Die Armbanduhr: Vom Schlachtfeld auf den Laufsteg 

Die erste Armbanduhr wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebaut, wobei allerdings schon im 18. Jahrhundert von Armbanduhren die Rede ist. Einzug hielten sie damals auch in die Welt der Frauen, für die eine Armbanduhr in erster Linie eigentlich nur eine weitere Variante von Luxusschmuck war.

Das Interesse an einer Serienherstellung von Armbanduhren nahm erst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu. Zu verdanken war dies den militärischen Kreisen, denn Soldaten war es nicht möglich, im Kampf Taschenuhren zu benutzen. Die Vorgaben waren klar: Die Uhr muss klein und praktisch sein. Damit aber war es bei Weitem nicht getan. Auf jeden Fall aber erblickte im Jahre 1915 die erste wasserdichte Herren-Armbanduhr das Licht der Welt.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts folgte die nächste Perfektionierung: Entwickelt wurde eine Quarzuhr mit Quarzoszillator (mit einer Abweichung von maximal 10 Sekunden pro Jahr). Ihre Herstellung wurde in den 70er Jahren von der Firma Seiko vorangetrieben.

Als die präziseste Uhr aber gilt heute nichtsdestotrotz die Atomuhr.

Das Image der Uhren und deren technische Ausstattung sind immer wieder neuen Änderungen unterworfen, wobei sie sich der Zeit und der Nachfrage anzupassen wissen. Mit vielen interessanten Features kann beispielsweise die japanische Firma Casio aufwarten (als Beispiel seien die extrem widerstandsfähigen G-Shock-Uhren von Casio genannt). Michael Kors wiederum setzt auf einen modischen Stil, während das Modelabel Armani Funktionalität mit einem eleganten Stil verbindet.

Es gibt heute eine Unzahl von Möglichkeiten. Die Auswahl ist riesig. Gefragt sind also persönlicher Geschmack und individuelle Bedürfnisse. Sie können sich entweder eine klassische analoge Uhr oder aber eine digitale Uhr zulegen.

Wiewohl es den Anschein haben mag, dass man alles, was man sich so wünschen kann, eigentlich schon hat, geht der technische Fortschritt unaufhaltsam voran, sodass man sich immer wieder auf viele neue interessante Verbesserungen freuen kann. Die Uhrmacherfirmen werden auch weiterhin Wege suchen, wie sie Ihnen das Leben noch angenehmer gestalten und Ihre kühnsten Träume wahr werden lassen können.

Die vorhergehenden Teile dieser Serie finden Sie hier:

Teil 1: Die Sonnenuhr

Teil 2: Die Sanduhr 

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