Das Geheimnis der Zeitmessung 1: Sonnenuhren

Johanna Werner | 30. 1. 2019

Schon vom Zeitenanfang habe sich unsere Ahnen bemüht, sich in der Zeit zu orientieren, unterschiedliche Jahreszeiten zu bestimmen, Naturerscheinungen zu verstehen und ihre Herkunft zu entschlüsseln. Wie haben sie das aber gemacht?  

Wenn wir heutzutage an eine Uhr denken, stellt sich die Mehrheit von uns entweder eine Digitaluhr oder eine klassische Analoguhr vor. Mit der höchsten Qualität assoziiert man Schweizer Uhren, mit der Zeitlosigkeit dann bekannte Uhrenmarken – z. B. Michael Kors oder Daniel Wellington Uhren. Was fällt uns aber ein, wenn wir uns in unseren Gedanken tiefer in die Vergangenheit begeben?

Stellen wir uns eine antike Taschenuhr oder vielleicht eine Sanduhr vor, derer Gestalt wir vor allem aus Märchen kennen? Oder noch etwas anderes? 

Unsere alten Vorgänger haben ihrer eigenen Art den Tagesverlauf sowie die Gedenktage verzeichnet und wollten diese zurückrufen. Wer oder was hat laute Donnerschläge oder plötzliche Sonnenfinsternisse hervorrufen? Vielleicht allein der Zorn der Götter, mächtigen Wesen, die die Zeit richten und den Raum überschreiten?

Das Leben in Höhlen war durchwirkt von Aberglauben und die erfolgreiche Jagd brachte mit sich das Bedarf, sich die Erinnerung an diese zu bewahren, diese erneut zu erleben, den Erfolg auch in der Zukunft zu halten. Höhlenmalereien galten als Symbole der Kraft der Jäger und als die Ehrung der getöteten Tiere. In älteren Kulturen versuchten Menschen auch eigene Kalender zu führen: Nicht viele Nachweise haben sich erhalten – als Beweise sind ein paar alte gallische Kalender und ein noch älter megalithischer Kalender, der in der irischen Stadt Knowth gefunden worden ist, übrig geblieben. Es gibt jedoch einen offensichtlichen Beweis dafür, dass sich die Menschen in der Vergangenheit sowohl nach dem Lunarkalender als auch nach der Sonnenbewegung gerichtet haben und es wird vorausgesetzt, dass sich auch der urgeschichtliche Kalender nach dem Sonnen- und Mondzyklus gerichtet hat.

Bereits seit dem Altertum gab es mehrere Arten, dank denen Menschen die Zeit erfolgreich gemessen haben. Zu diesen Arten haben beispielsweise Sonnen- oder Wasseruhren gehört. Im altertümlichen Ägypten haben sich Leute zeitlich mit Hilfe des Sonnenschattens orientiert und ihre Sonnenuhren gleichen überhaupt nicht den jetzigen Sonnenuhren. 

Das Geheimnis der Sonnenuhren

Wie aus der Benennung ersichtlich ist, sind Sonnenuhren von der Sonnenbewegung abhängig. Sie sind mit römischen Zahlen bezeichnet und man kann sie als die älteste Uhrenart betrachten (genauer als die älteste entdeckte Art). Sie konnten schon vor Tausenden Jahren entstehen. Als der erste Zeiger der Sonnenuhr wurde wahrscheinlich ein Holzpflock verwendet, der senkrecht in die Erde gehaut wurde und der Schatten, den er geworfen hat, hat die vergehende Zeit gezeigt.

Die Sonnenuhren der alten Ägypter haben als hohe und majestätische senkrechte Obelisken ausgesehen. Diese hatten zwei Zwecke: sie dienten zur Ehrung des ägyptischen Gottes Ra und zugleich sollten sie die Zeit angeben. Wie haben die Ägypter von diesen die Zeit abgelesen, bleibt jedoch bis heute unklar. Wahrscheinlich haben sie keinen Kreis mit Uhrteilen, wie die Griechen, benutzt, aber viele Aussagen gehen in dieser Hinsicht auseinander. Das Aufteilen erschien erst später – Entdeckungen stammen aus dem 15 Jahrhundert v. Chr.

Die Griechen haben die Entdeckung der Sonnenuhr von Babyloniern übernommen und haben sie weiter entwickelt (dank ihrer fortgeschrittenen mathematischen Kenntnisse). So hat sich diese Technologie schrittweise vervollkommnet. Uhren konnten schon nicht nur Zeitangaben zeigen, sondern auch als Kalender dienen. 

Auch die alten Römer, die von den griechischen Konstruktionsprinzipen ausgegangen sind, entschieden sich die Sonnenuhren zu nutzen. Die größte Sonnenuhr der antiken Welt entstand ungefähr im Jahre 10 v. Chr. Diese wurde in Rom gebaut und in der Mitte dominiert sie ein massiver, 30 Meter hoher Obelisk

Sonnenuhren sind in verschiedenen Kulturen unterschiedlich. In der griechischen Welt wurde der Tag in 12 gleiche Teile eingeteilt. Die Zeit hat sich aber nach den Jahreszeiten unterschieden. Denn sie haben den sog. Nodus und genaue Linien verwendet, ist es passiert, dass z. B. im Winter die Stunde deutlich kürzer war. Wikinger haben den Tag nur in vier Teile eingeteilt.

Die Genauigkeit der Sonnenuhren ist nicht vollkommen. Die ursprüngliche Konzeption dieser Zeitanzeiger hat die genaue Auskunft über die Zeit nur über die Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche gegeben. Ihr nächster Nachteil war, dass sie die Zeit in der Nacht nicht anzeigen konnten. Daher entstanden schrittweise viele andere Uhrenarten, die ein ganz anderes Prinzip verwendet haben.

In islamischen Ländern haben sie im 14. Jahrhundert v. Chr. eine genauere Weise entwickelt, die durch die Richtungsänderung des Gnomons gegeben wurde. Dieser wurde nämlich nicht mehr senkrecht zur Erdoberfläche platziert, sondern wurde durch die Rotationsachse der Erde bestimmt, Richtung Nordstern. Diese Weise wurde allmählich auch von europäischen Ländern übernommen.

Arten von Sonnenuhren

Es gibt viele Arten von Sonnenuhren, deren Aufbau sich unterscheidet. Einige Uhren (z. B. Polar- oder Äquatorialuhren) funktionieren auf dem Prinzip des Stundenwinkels, man unterscheidet auch Mittagssonnenuhren (auch als Weltuhren genannt).

Verfall der Sonnenuhren

Sonnenuhren hat man üblich noch im 17. Jahrhundert und später verwendet. Mit dem Beginn des Fortschritts, allmählicher Entwicklung der Industrie und neuer Technologien, haben sie ihren Zauber verloren. Den größten Verfall haben sie nach der Entstehung der Zonenzeiten im 19. Jahrhundert auf der Internationalen Meridiankonferenz in Washington erlitten, als sie ihre praktische Funktion komplett verloren haben. Bei uns wurden die Zonenzeiten am Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt, wobei die Sonnenuhren nur zu einer angenehmen Dekoration werden und ihre praktische Anwendung völlig untergegangen ist.

Sonnenuhren für zu Hause

Wenn Ihnen solche Dekorationen gefallen, Sonnenuhren Sie faszinieren und Sie eine solche auf Ihre Fassade platzieren wollen, vielleicht erfreut Sie die Information, dass dies nicht unmöglich ist. Es ist aber darauf zu achten, dass die Zeit in der Natur ein bisschen anders läuft, als wir gewohnt sind. Der Unterschied zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit gibt die Zeitgleichung an.

Eine komplette Anleitung für die Herstellung einer Sonnenuhr finden Sie spielend im Internet.

Trauen Sie sich nicht, solches Experiment durchzuführen? Dann lassen Sie die Sonnenuhr fertigen. Oder, noch besser, kaufen Sie eine übliche Modeuhr mit vielen nützlichen Funktionen.

Ergänzende Begriffe:

Nodus – der schattenwerfende Punkt einer Sonnenuhr, oft mit kleiner Kugel, der Zeit- oder auch Kalenderangaben zeigt

Gnomon – das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Erkenntnis". Es geht um den Schattenzeiger, der senkrecht zum Zifferblatt platziert ist (wurde schon von den alten Ägyptern und Griechen verwendet).

Mittlere Sonnenzeit – ist unsere übliche Zeit und wird vom örtlichen Meridian abgeleitet. Jeder Median hat seine eigene Ortszeit. Sie wurde künstlich ausgedacht, damit Unterschiede beseitigt werden, die durch die ungleichförmige Bewegung der Sonne gegenüber unserem Planeten, entstanden sind.

Wahre Sonnenzeit – die Zeit eines Sonnentages ist die Zeit, die während der tatsächlichen Erdrotation abläuft.

Mitteleuropäische Zeit – die Zonenzeit im Mitteleuropa. Im Frühling wird sie in den meisten hiesigen Ländern durch die mitteleuropäische Sommerzeit ersetzt

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